SEED

SEED (System for Exchange of Excise Data) ist das europäische Register aller Beteiligten, die verbrauchsteuerpflichtige Waren unter Steueraussetzung empfangen oder versenden dürfen. Jeder Mitgliedstaat pflegt seinen Teil und stellt ihn den anderen zur Verfügung.

Worauf es ankommt

SEED ist kein Portal zum Anmelden, sondern ein Register: Jeder Mitgliedstaat pflegt den Teil für seine eigenen Beteiligten und stellt ihn den übrigen über eine gemeinsame Schnittstelle bereit. Eingetragen ist, wer eine verbrauchsteuerrechtliche Erlaubnis besitzt, also Steuerlagerinhaber, registrierte Empfänger und registrierte Versender. Für die tägliche Arbeit zählt die öffentliche Auskunft SEED on Europa der Europäischen Kommission, in der sich eine Verbrauchsteuernummer gegen drei Angaben prüfen lässt: Gültigkeit, Zeitraum und zugelassener Warenkreis.

Der richtige Zeitpunkt für die Abfrage liegt vor der Transportbestellung, nicht vor der Entladung. Eine Erlaubnis kann erloschen sein, ohne dass der Handelspartner es erwähnt, und eine Nummer, die nur Wein abdeckt, trägt keine Spirituosensendung. EMCS nimmt denselben Abgleich beim Einreichen des e-VD ohnehin vor und weist den Entwurf zurück, wenn er nicht aufgeht. Dann steht die Ware auf dem Hof, obwohl der Lkw schon bestellt ist.

Das Ergebnis gehört mit Datum und geprüfter Nummer dokumentiert, denn der Stand eines Registers lässt sich im Nachhinein nicht rekonstruieren.

Rechtsgrundlage

Artikel 19 der Verordnung (EU) Nr. 389/2012

Beispiel

Vor jeder Beförderung prüft der Versender über SEED on Europa, ob die Verbrauchsteuernummer des Empfängers gültig ist und die Warenkategorie abdeckt. Eine Nummer, die nur Wein trägt, führt bei einer Spirituosensendung zur Zurückweisung des Entwurfs.

Was dabei schiefgeht

Der häufigste Fehler ist die übernommene Nummer. Ein Versender bedient erneut denselben Empfänger und kopiert die Verbrauchsteuernummer aus der letzten Sendung, obwohl die Erlaubnis zwischenzeitlich geändert oder entzogen wurde. Der zweite Fehler ist der falsche Warenkreis: Die Nummer ist gültig, deckt aber die Kategorie der Sendung nicht ab.

Beides fällt erst beim Einreichen des e-VD auf, und dann kostet es Standzeit statt fünf Minuten Recherche. Wer regelmäßig an dieselben Adressen versendet, prüft die Stammdaten deshalb in festem Rhythmus und nicht erst im Moment des Versands.

Bei TXWH

TXWH prüft SEED vor jeder Beförderung unter Steueraussetzung und hält das Ergebnis mit Datum im Vorgang fest. Fällt die Prüfung negativ aus, klären wir die Nummer mit dem Geschäftspartner, bevor ein Transport bestellt wird.