Häufige Fragen

Fünf Themenbereiche, 25 Fragen. Zu Grundlagen, Ablauf, Zoll, Abrechnung und Portal, jeweils in zwei bis vier Sätzen beantwortet.

Grundlagen

Was ist ein Steuerlager?

Ein Steuerlager ist ein von der Zollverwaltung zugelassener Ort, an dem verbrauchsteuerpflichtige Ware unter Aussetzung der Steuer gelagert werden darf. Für Alkoholerzeugnisse braucht der Betreiber eine Erlaubnis nach § 5 AlkStG, wie TXWH sie vom Hauptzollamt Düsseldorf hat. Die Steuer entsteht erst, wenn die Ware das Lager in den freien Verkehr verlässt.

Welche Ware dürfen Sie einlagern?

Spirituosen und Liköre der Zolltarifnummer 2208 mit 10 bis 80 % Vol. sowie fertig gemischte Getränke ab 10 % Vol. Bier folgt, sobald die Erlaubnis nach dem Biersteuergesetz wirksam ist. Bei Fragen zu einem konkreten Produkt schicken Sie uns einfach die Angaben, wir prüfen die Einreihung.

Welche Ware nehmen Sie nicht an?

Bei einem Grenzfall entscheidet die Zolltarifnummer zusammen mit dem Alkoholgehalt, nicht der Markenname oder die Optik der Flasche. Schicken Sie uns die Zolltarifnummer und den Alkoholgehalt in % Vol., wir gleichen beides mit dem Lizenzumfang unserer Erlaubnis nach § 5 AlkStG ab. Die Rückmeldung bekommen Sie üblicherweise innerhalb eines Werktags, meist schon vor der ersten Kalkulation.

Ist TXWH ein Zolllager?

Nein. Ein Zolllager ist eine eigene Bewilligung für unverzollte Nicht-Unionsware ohne Verbrauchsteuerbezug. TXWH betreibt ein Steuerlager nach § 4 AlkStG für Alkoholerzeugnisse unter Aussetzung der Verbrauchsteuer, mit einer Erlaubnis als Steuerlagerinhaber nach § 5 AlkStG. Bei Importen aus Drittländern übernehmen wir Einfuhrabfertigung und Überführung trotzdem, nur eben direkt ins Steuerlager.

Übernehmen Sie auch den Transport zu Ihnen?

Nein, den Transport selbst übernehmen wir nicht, wohl aber die gesamte Abwicklung an der Rampe. Nach Ihrem Avis vereinbaren wir ein Zeitfenster, verladen mit dem Gabelstapler auf den LKW, den Sie oder Ihr Spediteur schicken, und geben dem Fahrer den CMR-Frachtbrief mit. Ihr Spediteur braucht von uns nur unsere Anschrift, unsere Verbrauchsteuernummer und das vereinbarte Zeitfenster, den Rest klären wir direkt mit ihm.

Ablauf und Onboarding

Wie starte ich mit TXWH?

Schreiben Sie uns vier Angaben zu Ihrer typischen Sendung: wie viele Paletten, wie oft, wie lange die Ware liegt und wohin sie danach geht. Daraus erstellen wir eine Kalkulation, meist am nächsten Werktag. Danach folgen digitaler Vertrag, Sanktionsprüfung und die Einrichtung im Portal.

Wie lange dauert es bis zur ersten Anlieferung?

Bei den meisten Kunden liegt die erste Ware innerhalb von zwei Wochen bei uns. Die Kalkulation kommt am nächsten Werktag, Vertrag und Prüfungen laufen digital in den Tagen danach. Die erste Anlieferung folgt in der zweiten Woche.

Welche Stammdaten brauchen Sie von mir?

Wir brauchen Ihre USt-IdNr und EORI-Nummer, für Versand in die EU zusätzlich die SEED-Nummer des Empfängers. Diese Angaben tragen wir bei der Einrichtung in Ihr Portalkonto ein.

Was prüfen Sie bei einem neuen Kunden?

Vor Vertragsbeginn prüfen wir Sie und Ihre wirtschaftlich Berechtigten gegen die EU-Sanktionsliste. Bei Versand in die EU kommt vor jeder Beförderung eine Prüfung der Empfänger-Verbrauchsteuernummer im SEED-Register dazu. Beide Prüfungen dokumentieren wir für unsere Aufzeichnungen.

Brauche ich selbst eine Verbrauchsteuernummer?

Für die Lagerung bei uns nicht, Sie liefern unter unserer Verbrauchsteuer-Lagerinhaber-Nummer an. Eine eigene Nummer brauchen Sie nur, wenn Sie selbst Beförderungen unter Steueraussetzung eröffnen, zum Beispiel als registrierter Versender.

Zoll und Verfahren

Wie funktioniert das EMCS-Verfahren?

EMCS ist das elektronische System, mit dem Beförderungen von Alkoholerzeugnissen unter Steueraussetzung innerhalb der EU überwacht werden. Jede Beförderung bekommt ein elektronisches Verwaltungsdokument, das e-VD, mit einer eindeutigen ARC-Nummer, die sie bis zur Eingangsmeldung des Empfängers begleitet. Wir eröffnen, überwachen und erledigen diese Vorgänge für Sie.

Was ist ein e-VD und eine ARC-Nummer?

Das e-VD ist das elektronische Verwaltungsdokument, das eine Beförderung unter Steueraussetzung im EMCS begleitet. Die ARC-Nummer ist die eindeutige Kennung dieses Dokuments und steht auf dem Papierausdruck, den der Fahrer mitführt. Ohne gültige ARC darf keine Beförderung starten.

Wie läuft ein Import aus einem Drittland ab?

Sie schicken uns Handelsrechnung, Packliste und die Nummer des Versandverfahrens, sobald die Ware unterwegs ist. Der LKW liefert mit dem Versandbegleitdokument an, wir beenden das Verfahren beim Zoll und melden die Einfuhr im ATLAS-System an. Von dort geht die Ware direkt und ohne Umweg über ein Zolllager in unser Steuerlager.

Was passiert, wenn eine Beförderung nicht wie geplant ankommt?

Wir fassen bei der Zollstelle und beim Empfänger nach, sobald eine Eingangsmeldung oder ein Ausgangsvermerk ausbleibt. Bei technischen Störungen im EMCS greift das gesetzlich vorgesehene Ausfallverfahren mit Papierdokumenten. Solange eine Beförderung offen bleibt, behalten wir sie aktiv im Blick, damit keine Steuer unbemerkt entsteht.

Was bedeutet Steueraussetzung genau?

Steueraussetzung bedeutet, dass für Alkoholerzeugnisse trotz Herstellung oder Lagerung noch keine Verbrauchsteuer entstanden ist. Möglich ist das nur an zugelassenen Orten wie unserem Steuerlager oder auf dem Weg dorthin unter EMCS-Überwachung. Erst wenn die Ware in den freien Verkehr übergeht, wird die Steuer fällig.

Kosten und Abrechnung

Was braucht ihr für eine Kalkulation?

Vier Angaben reichen: wie viele Paletten eine Sendung hat, wie oft Sie liefern, wie lange die Ware im Schnitt bei uns liegt und wohin sie danach geht. Die Verweildauer wirkt sich am stärksten auf die Kosten aus, deshalb fragen wir gezielt danach. Mehr brauchen wir für eine erste Kalkulation nicht.

Wann wird abgerechnet?

Warenbezogene Leistungen wie Wareneingang und Versand stellen wir vor der jeweiligen Verladung in Rechnung. Lagerung und Grundgebühr rechnen wir monatlich ab. Rechnungen sind sofort bei Erhalt fällig.

Legen Sie Zoll oder Verbrauchsteuer für mich vor?

Ja, auf Wunsch verauslagen wir Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Alkoholsteuer und stellen sie Ihnen anschließend in Rechnung. Für die Verauslagung berechnen wir eine Provision, die bei zügiger Zahlung entfällt. Ohne Vorlage warten Sie, bis Ihre eigene Zahlung an das Hauptzollamt verbucht ist.

Wann ist eine Rechnung fällig?

Sofort bei Erhalt, ohne zusätzliches Zahlungsziel. Preisanpassungen kündigen wir einen Monat vorher an, bei einer Erhöhung von mehr als 10 % besteht ein Sonderkündigungsrecht.

Bekomme ich eine Rechnung pro Sendung oder gesammelt?

Warenbezogene Leistungen wie Ein- und Ausgang stellen wir je Sendung in Rechnung, vorab vor der Verladung. Die monatliche Grundgebühr und laufende Lagerkosten fassen wir am Monatsende zusammen. Im Portal sehen Sie beide Arten von Rechnungen als PDF.

Portal und Dokumente

Was sehe ich im Kundenportal?

Ihren aktuellen Bestand mit Stellplatz und Zolltarifnummer, den Status Ihrer Sendungen als Zeitleiste und alle Rechnungen als PDF. Einen Versandauftrag können Sie direkt im Portal auslösen, ohne anzurufen.

Wie sicher sind meine Daten im Portal?

Sie melden sich mit E-Mail und Passwort an und sehen ausschließlich Ihre eigenen Daten, Kunden anderer Firmen sind nicht sichtbar. Unsere Systeme laufen in einem Rechenzentrum in der EU. Rollen und Rechte richten wir passend zu Ihrem Unternehmen ein.

Welche Dokumente bekomme ich für den Zoll?

Je nach Vorgang das e-VD mit ARC-Nummer, den Ausgangsvermerk bei Exporten, die Eingangsmeldung beim Wareneingang und einen Auszug aus dem Lagerbuch. Alle Dokumente stehen im Portal unter Ihrer jeweiligen Sendung bereit.

Wie lange bewahren Sie Dokumente auf?

Steuerlich relevante Unterlagen und EMCS-Belege zehn Jahre, wie es die Abgabenordnung und die Lagerbuchpflicht nach § 10 AlkStV verlangen. Geschäftsbriefe und sonstige Korrespondenz bewahren wir sechs Jahre auf. Alle Fristen laufen automatisch mit, ohne dass Sie sich darum kümmern müssen.

Kann ich einen Versandauftrag selbst auslösen?

Ja, im Portal wählen Sie Paletten, Empfänger und Abholtag selbst aus, ohne mit uns zu telefonieren. Wir prüfen anschließend Bestand und Sperrstatus und kümmern uns um die passenden Zolldokumente. Bei Rückfragen meldet sich unser Team direkt im Vorgang.

Angebot anfordern

Vier Angaben reichen. Sie bekommen eine Kalkulation für Ihre typische Sendung, in der Regel am nächsten Werktag.