Biersteuer

Die Biersteuer ist die deutsche Verbrauchsteuer auf Bier. Sie bemisst sich nach Hektoliter und Stammwürzegehalt in Grad Plato und sieht ermäßigte Sätze für kleinere Brauereien vor.

Worauf es ankommt

Bei Bier zählt nicht der Alkohol, sondern die Stammwürze. Bemessungsgrundlage sind Hektoliter Bier und Grad Plato, der Regelsatz beträgt 0,787 Euro je Hektoliter und Grad Plato (§ 2 Abs. 1 BierStG). Ein starkes Bockbier zahlt deshalb deutlich mehr als ein leichtes Lager, auch wenn der Alkoholgehalt kaum auseinanderliegt.

Kleinere Brauereien zahlen weniger. Unabhängige Brauereien mit einer Gesamtjahreserzeugung unter 200.000 Hektolitern erhalten ermäßigte Sätze, gestaffelt in Stufen von 1.000 Hektolitern und im günstigsten Fall halbiert (§ 2 Abs. 2 BierStG). Maßgeblich ist die Erzeugung der Brauerei, nicht die Menge, die ein Händler abnimmt.

Der Kalender ist enger als bei Spirituosen. Die Steuererklärung ist bis zum siebten Tag des Folgemonats abzugeben, in begründeten Fällen verlängert das Hauptzollamt bis zum zehnten, und fällig wird die Steuer am 20. Tag des Folgemonats (§ 15 Abs. 1 BierStG). Die Mengen sind nach Steuerklassen zu gliedern.

Rechtsgrundlage

§ 2 BierStG

Beispiel

Hundert Hektoliter Bier mit zwölf Grad Plato ergeben 100 mal 12 mal 0,787 Euro, also 944,40 Euro Biersteuer. Eine Palette mit 1.200 Flaschen zu 0,5 Litern sind 6 Hektoliter.

Was dabei schiefgeht

Der Grad Plato fehlt. Im Einkauf wird er selten erfragt, auf dem Etikett steht er nicht, und ohne ihn lässt sich weder die Steuer berechnen noch das Lagerbuch führen. Die Angabe kommt aus den technischen Daten der Brauerei und gehört in die Bestellung.

Der zweite Fehler ist die Einreihung. Bier sind die Erzeugnisse der Position 2203 der Kombinierten Nomenklatur sowie Mischungen mit nichtalkoholischen Getränken, die der Position 2206 zuzuordnen sind (§ 1 Abs. 2 BierStG). Bei Radler ist das eindeutig, bei stark aromatisierten Mischungen nicht, und eine falsche Einreihung fällt erst bei der Prüfung auf, dann rückwirkend.

Bei TXWH

Bier nimmt TXWH auf, sobald die Erlaubnis für Bier wirksam ist. Das Lagerbuch rechnet dann in Hektolitern und Grad Plato statt in Liter reinen Alkohols, die Abläufe im EMCS bleiben dieselben.

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